Sabine Groschup

Ausstellung / exhibition


 

Fotografie / photography

FILM ARCHIV AUSTRIA, 2012, Foto: Sabine Groschup

Mehr Fotos auf: flickr.com

Katalogpräsentation / book launch

Galerie Michaela Stock

10.05.2012
FINISSAGE & KATALOGPRÄSENTATION: ECHOES OF ABSENCE kuratiert von Elke Krasny

Sabine Groschup (A)
Claudia-Maria Luenig (D)
Alexandros Maganiotis (GR) 

Kuratorin: Elke Krasny

10. Mai bis 23. Juni 2012

Finissage & Katalogpräsentation: Samstag, 23. Juni von 12 bis 14 Uhr

WO: Galerie Michaela Stock, Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien
Echoes of Absence

Abwesenheit ist nicht das Gegenteil von Anwesenheit.
Abwesenheit ist die Präsenz der Absenz der Anwesenheit.
Die mythische Echo markiert die Abwesenheit des Verfügens
Über die eigene Sprachmächtigkeit durch die
Wiederholung des Letztgesagten des Anderen.

Die drei künstlerischen Positionen von Sabine Groschup, Alexandros Maganiotis und Claudia-Maria Luenig, eröffnen durch ihre
gemeinsame Ausstellung einen Raum, der von Echos der Abwesenheit erfüllt wird.

Die Körper, die gewesen sind, die Körper, die nicht mehr ganz sind, die Körper, die sich einander nicht nähern können,
drängen zur Artikulation, nehmen Formen an. Die Echos dieser Körper lösen Artikulation aus, die durch die künstlerischen
Formen des Stickens, des Skulpturierens, des Zeichnens und die Projizierens auf ihre Abwesenheit verweisen.

(Elke Krasny/Kuratorin)

Weitere Infos zu den KünstlerInnen dieses Events:
Sabine Groschup
;Claudia-Maria Luenig;Alexandros Maganiotis

Sabine Groschup führt ein Gespräch mit Orson Welles.

(Auszug)

Sabine Groschup: Mister Orson Welles, es freut mich außerordentlich, daß Sie sich Zeit genommen haben, für mich… äh… Entschuldigung für ein Gespräch mit mir, meine ich natürlich, ich wollte schon immer mit Ihnen ein Gespräch führen, aber…
Orson Welles: Hmm.
Sabine Groschup: Ihre Arbeit hat mich immer beeindruckt, aber als erstes ist meine Frage: Sind die Marsianer wirklich gelandet?
Orson Welles (lacht): Mnja.
Sabine Groschup: Okay, das war immerhin 1938.
Orson Wells: Ja.
Sabine Groschup: Wenn ich damals gelebt hätte, hätten Sie mir mit Ihrer Radiosendung einen ordentlichen Schreck eingejagt.
Orson Welles: Ja?
Sabine Groschup: Was glauben Sie sind die Marsianer irgendwann mal wirklich hier auf der Erde gelandet?
Orson Welles: Aber sicher, sie sehen allerdings ein wenig anders aus als in Krieg der Welten. (schaut weg, dreht sich zum Fenster)
Sabine Groschup: Es war nicht wirklich einfallsreich Ihnen diese Frage zu stellen, aber es ist immer so bei Interviews, plötzlich läuft alles doch anders als man dachte.
Orson Welles starrt weiter zum Fenster hinaus. Sabine Groschup wird nervös, sie hat nur so wenig Zeit und hat das Gespräch falsch begonnen. Sie glaubt den großen Regisseur zu langweilen.
Sabine Groschup: Hören wir auf mit den Marsianern.

Ausstellung / exhibition

auf

art bodensee 12

Die „art bodensee 12“ setzt neue MaßstäbeSie ist eine Salonmesse und steht für Exklusivität und Qualität. Kunstsammler finden bei uns eine Auswahl interessanter regionaler wie überregionaler Galerien etwa aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein oder der Schweiz.
Die „art bodensee“ wird zur Entdeckermesse. Neben bekannten, arrivierten Positionen wird Spannendes zu entdecken sein: Etablierte Galerien treten sozusagen in Form von Patenschaften mit neuen Galerien aus unterschiedlichsten Städten und Regionen in Dialog und erweitern so das zeitgenössische künstlerische Spektrum. 

Die Atmosphäre
Die Messe Dornbirn steht für persönlichen und professionellen Service, herzliche Gastfreundschaft und gehobene Gastronomie. Die Kompaktheit der Kunstmesse und ihre Einbettung in eine spannende Kunst- und Kulturlandschaft sowie interessante Kooperationen mit qualitätvollen touristischen Einrichtungen im sommerlich-alpinen Vorarlberg machen die „art bodensee“ zur Wohlfühlmesse für Sammler, Künstler und Galeristen. Ein interessantes Vermittlungsprogramm mit Gratis-Führungen, Künstlergesprächen und einem Kunstprogramm für Kinder bietet den perfekten Rahmen für Kunstkenner wie Kunsteinsteiger jeglicher Art.

Artist Talks

Auch in diesem Jahr finden wieder Gespräche mit Künstlern und Künstlerinnen an den jeweiligen Messeständen und auf dem Skulpturenplatz in der Halle 14 statt.

Kostenlose Führungen

Am Freitag und Samstag um 12, 14 und 16 Uhr finden Führungen mit Expertinnen statt. Treffpunkt für die TeilnehmerInnen ist die Besucher-Info im Foyer.

Kunst.Kids

Die bewährten Kinder-Workshops mit May-Britt Chromy finden für Kinder von 4-10 Jahren täglich bis eine Stunde vor Messeschluss statt. Zusätzlich zu den Malworkshops können Kinder zwei Stunden täglich mit Roland Adlassnig modellieren.

„art bodensee meets poolbar“

Im Vorfeld der „art bodensee“ werden künstlerische Kurzfilme und -videos das Vorprogramm des poolbar-Kinoprogramms bereichern.

art bodensee meets poolbar

Auch dieses Jahr kooperiert die art bodensee wieder mit dem poolbar festival in Feldkirch und präsentiert ein umfangreiches Programm. Im Vorfeld der „art bodensee“ werden folgende künstlerische Kurzfilme und -videos das Vorprogramm des poolbar Kinoprogramms bereichern:

  • Sabine Groschup (1959, Innsbruck/Österreich)
    GUGUG, 2006, Animationsfilm, animierter Malerei auf 35 mm- Film (dt.mit engl. Untertitel), 6 Min Regie, Produktion: Sabine Groschup, Sound: Eva Ursprung,Erzählerinnen Olga Wille, Elfi Spatt, Serafina Spatt
  • Katharina Struber (1967, Wien/Österreich)
    Lebendiger Himmel, 2012, Video mit Gedicht von Frederico Garcia Lorca, Loop, 2 Min

> zum poolbar Filmprogramm

Gugug

Film Sabine Groschup

1999, zwei Jahre bevor sie starb, erzählte meine Großmutter Olga meiner Familie und mir Geschichten aus ihrem Leben als junges Mädchen und Frau auf dem Land in Tirol um 1920. Zwei dieser Geschichten sind animiert in „Gugug“. In der ersten Geschichte spricht Olga über ihre Ahnungslosigkeit gegenüber dem Kinderbekommen. Der zweite Teil handelt vom Kinderkriegen und vom Kindstod und Tod und den Lebensbedingungen rundherum.

Österreich, 2006
35mm, 1:1.37, Farbe, Mono
Malerei auf 35 mm Film
6.23 min
Realisation: SABINE GROSCHUP
Sound: EVA URSPRUNG
Stimmen/voices: OLGA WILLE, ELFI + SERAFINA SPATT
Production: SABINE GROSCHUP + ASIFA AUSTRIA
Special thanks: GEORG WECKWERTH, ALRUN LUNGER, AK LERNER

ERSTE ERZÄHLUNG

Die habn in die Kinder nix gsagt, wenn sie schwanger gwesn sein: „Mir kriegn a kind“ oder epaß, gell. Da hamms zviel gessn kabt, gell, derent sind sie dick worn. Und da isch die Mama bei uns a halbwegs dick gwesn, net, fescht gwesn, weil sie a Kind erwartet hat. Und i hab des nit gwußt, daß die Kinder … i hama gedacht, die Kinder schwimmen vom Bach awa. Und neben uns is da die Sill vorbeigangn. Und i hama so gern a Madele kapt, gell, und mir hat man gsagt, durchn Wassa schwimmen die awa. Wenns a Madele isch, hats a rosa Kleidl an und wenns a Bua isch a blaues Kleidl. Und i hama denkt, mai, hama denkt, i möcht so gern a Madl. Jetzt sitz i mi zum Bach umi. Und i sitz da, schaug eini, mir ham schon die Augn bald wea toan, vor lauter Schaugn … Na wär i glei einigrennt … und nie isch oans mit rot, blau a nit, oans vorbeigschwommen, rosa a koans, nit, und i hama denkt, Harrgott, da hats mi schon lang, i man, i bin schon a Stund gsessn, isch nia nix vorbeigschwommen. Und galling kommt von mir a Freund, der isch gleich alt gwesn wie i, na der isch älter gwesn. Der isch vierzehn Jahr gwesn, naja dann bin i schon elfe, zwölf Jahr gwesn. Und der kimmt vorbei und sicht mi da dort beim Bach sitzn, net, sagt er: „Was tuschn du da beim Bach?“ „Na“, sag i: „Du sitz di a her.“ Ja, hat er sich her gsessn. Dann sag i: „Du woasch, i möcht so gern a Madele. Tasch du ma des?“ „Ja, wosn?“ „Ja“, han i gsagt, „wenn a Madele awi schwimmt, des isch in rosa und wenn es a Bua isch blau, tasch du ma es außa, wenn oans in rosa awaschwimmt!“ Sagt er: „Wosn?“ Sag i: „Wasch, i möcht so gern a Kind, a Gschwisterle“, sag i, „möcht halt so gern a Madele, da kann is happelen und ummananda…“, dann sagt er: „Spinnsch Du, die…“, sagt er, „ … die kemmen ja da … na“, hat er gsagt. „Ja wieso?“ „Ja dei Muata kriegt eh bald a oans!“ „Mei Muata?“ „Sigsch nit, daß sie dick isch, daß sie a Bauch hat?“ „Ja, des glaub i schon, weil sie zu viel Knödl gessn hat.“ „Weisch nit: Die Kinder kommen vom Bauch außa, aber nit vom Wasser schwimmens awa“, sagt er. „Vom Bauch außa kommen die?“ Kenn i mi a jetzt nit aus. Sagt er: „Aba, daß ja nit der Muata nix sagsch, daß i da des gsagt ham.“ Nachan sag i: „Na, i sag nix!“ Nachan bin i halt hoam gangen und hab mei Muata betrachtet und hamma denkt: Harrgott, ja, dick is sie, hab i ma denkt. „Daß ma ja nix sagsch, sunsch krieg i no schimpfa, daß i da des gsagt ham.“ Ja, na, i hab nix gsagt, hab die Muata immer so bewundert, nit, und hab immer so gschaut. Die Muata: „Was schaugschn so?“ „A nix“, hun i gsagt und ham i ma denkt: Ja sigsch, jetzt woaß i, woher die Kinder herkommen, aber i darf ja niemand ni was sagn. Jetzt han i a nit gwußt, wie die einikemmen, in den Bauch. Hab i gsagt: „Krieg ma scho bald a Kind?“ „Ja ja, jetzt werd ma es scho kriagn, werd ma scho oans bald kriegn.“ Hab i ma denkt: Aha, jetzt woaß i, woher sie kommen, die Kinder!

Rezension / review

Die Kunst des Einzelbilds: Animation in Österreich – 1832 bis heute

Clare Kitson

(Auszug)

The book is edited by a dedicated group of film historians, academics, artists, and filmmakers, and published by Filmarchiv Austria in collaboration with ASIFA Austria. It is a massive research project, perhaps rather too detailed for a general reader, who may see relatively little Austrian animation, but for serious (Germanspeaking) students of the industry this will be a standard reference work for years to come.

86/04.2012 JFP

Journal of Film Preservation / Brussels

Die Kunst des Einzelbilds
Animation in Österreich – 1832 bis heute
Christian Dewald / Sabine Groschup / Mara Mattuschka / Thomas Renoldner (Hg.)

Kino Animation in Österreich ist ein Terrain künstlerischer Aktivität mannigfaltiger Erscheinungsformen. Die Gemeinsamkeit bildet das zeitlich manipulierte künstlerische Bild. Bestimmend für das Buch ist eine breit angelegte Sichtweise der Geschichte der Animation. Anstelle des Insistierens auf einer »Trennlinie« zwischen Kommerz und Kunst geht es darum, das reiche Spektrum der Erscheinungsformen von Animation zwischen Popkultur und Avantgarde ohne Abwertung oder Überbewertung eines der genannten Pole darzustellen und auch die Tatsache gegenseitiger Beeinflussung und Befruchtung zu würdigen.

Wien: Verlag Filmarchiv Austria, 2010.
400 Seiten, zahlreiche Abbildungen
ISBN-13 978-3-902531-66-7 br., € 24,90

EUR 24,90
zzgl. Versandkosten

 

Die Kunst des Einzelbilds Animation in Österreich – 1832 bis heute Christian Dewald / Sabine Groschup / Mara Mattuschka / Thomas Renoldner (Hg.)

Fotografie / photography

Fotografie / photography

Ausstellung / exhibition

Complete programme

MEMBRA DISJECTA FOR JOHN CAGE: Wanting to Say Something about John

25. 5. – 20. 8. 2012

Few artists have had such a profound impact on the arts in recent decades as American musician, writer, and visual and intermedia artist John Cage (1912-1992). Moreover, his concepts of open work, indeterminism, transversality, plurality, and interdisciplinarity correspond with recent discourse in the humanities, helping it overcome its metaphysical orientation and establish more liberal interpretation strategies. Formerly trained as
a visual artist and musician, and later inspired by Joyce and Duchamp, modern dance, oriental philosophy, and the thought of Meister Eckhart, Thoreau, Fuller, and McLuhan, Cage managed to incorporate all of these inspirational sources in his work in surprising contexts, creating postmodern intermedia and multimedia art par excellence at a time when postmodernism was still in its infancy. With respect for tradition and a sense for experimentation, he continued to open new horizons and spaces and was instrumental in the conceptualization and intermedialization of the arts.

The entire exhibition is conceived as a tribute to John Cage on the occasion of the 100th anniversary of his birth and the 20th anniversary of his death. Its title, Membra Disjecta for John Cage, refers to his famous method of treatment for various inspirational sources as well as to the historic, aesthetic and media heterogeneity of exhibited collection (membra disjecta or disjecta membra is a Latin term for “scattered members” and is used to refer to surviving fragments of ancient pottery, manuscripts and other cultural objects). The subtitle of the exhibition, Wanting to Say Something About John, is based on a rephrasing of the title of Cage’s commemorative visual homage to Marcel Duchamp. In 1969, Cage and several other artists were asked to contribute an idea in honor of Duchamp, who had died the previous year. Cage created a multiple consisting of one lithograph and four Plexigrams presentable in random order one after another in a special wooden frame, and all printed with text generated randomly with the help of the Chinese oracular book I Ching. He ultimately decided to title the work after Jasper Johns’ statement “I don’t want to say anything about Marcel.”

Participating artists include several of Cage’s collaborators and friends as well as younger artists who are inspired by his work. It consists of known works by renowned artists as well as pieces specially created for the project. The show is an ambitious undertaking juxtaposing a variety of media, with paintings, drawings, prints, collages, musical scores, photographs, instructive pieces, sculptural objects, installations, videos, and sound installations. As such, it will attract a varied audience with all types of educational and experiential backgrounds. Several additional events are planned around the exhibition, such as concerts, lectures and educational programmes for children and schools.

Curated by Jozef Cseres & Georg Weckwerth
Exhibiting artists: 

Milan Adamciak (SK), Tyler Adams (US), Stephen Addiss (US), Robert Ashley (US), Sam Ashley (US), Conny Blom (SE), William Brovelli / Margaret Leng Tan (US/SG), Arturas Bumšteinas (LT),  Christopher Chew /Margaret Leng Tan (US/SG,), Nicolas Collins (US), Philip Corner (US/IT), Alvin Curran (US/IT), Arnold Dreyblatt (US/DE), Julius Deutschbauer (AT), David Dunn (US), Peter Graham (CZ), Sabine Groschup (AT), Milan Grygar (CZ), Franz Hautzinger (AT), Pierre Hébert (CA), Gary Hill (US), Steven Holl (US), Svetozár Ilavský (SK), Hilary Jeff ery (UK/NL), GX Jupitter-Larsen (US), Ray Kass (US), Hassan Khan (EG), Barbara Klemm (DE), Alison Knowles (US), Richard Kostelanetz (US), Petr Kotík (US/CZ), Joan La Barbara (US), Brandon LaBelle (US), Alan Licht (US), Alvin Lucier (US), Christian Marclay (US/CH), Benoît Maubrey (US/FR/DE), Jeremy Millar (UK), Gordon Monahan (CA), Charlie Morrow (US), David Moss (US/DE), Morgan O’Hara (US), Marian Palla (CZ), Paul Panhuysen (NL), Ben Patterson (US/DE), Michael Prime (UK), George Quasha (US), Lee Ranaldo / Zeger Reyers (US/NL, Keith Rowe (UK), Blahoslav Rozboril (CZ), Frank Scheff er (NL), Jirí Šigut (CZ), Jan Steklík (CZ), Volker Straebel (DE), Richard Teitelbaum (US), The Lazy Anarchists(SK/HU/US/DE), Yasunao Tone (JP/US), Kris Vleeschouwer (BE), Hong-Kai Wang (TW), Christian Wolff (US), Gerlinde Wurth (AT) & John Cage (US).

The exhibition opening shall feature a performance by Opening Performance Orchestra with their composition Chess Show and an excerpt from Lecture on Nothing by John Cage will be performed by Jaromír Typlt.
The exhibition took place at Museum Quartier in Vienna from February 17 to May 6, 2012.
The exhibition is suppported by The U.S. Embassy in Prague.

Ausstellung / exhibition

MEMBRA DISJECTA
FOR JOHN CAGE
2012 FEB 17–MAY 6
MQ VIENNA

“Membra Disjecta for John Cage. Wanting to
Say Something About John”
Exhibition at freiraum quartier21
INTERNATIONAL, MuseumsQuartier Wien

Curated by Jozef Cseres and Georg Weckwerth
in co-operation with TONSPUR für einen
öffentlichen raum

Opening: 2012 Feb 16, 7pm

Ausstellung / exhibition

Akademie der Künste, Berlin

Fr, 30. März bis
So, 17. Juni 2012

„John Cage und …“
Bildender Künstler – Einflüsse, Anregungen

Hanseatenweg
Hallen
dienstags bis sonntags 11-20 Uhr,
€ 5/3, Kombiticket mit „Aufbruch. Malerei und realer Raum“ € 7/5, bis 18 Jahre und am 1. Sonntag im Monat Eintritt frei 

Führungen dienstags und donnerstags 18 Uhr, € 3 zzgl. Eintritt (außer 15.5. und 5.6.)
>> Im Rahmen von A Year from Monday. 365 Tage Cage

John Cage, Strings 1-20, # 19, 1980
© The John Cage Trust, New York

(english version see below)
John Cage war als Komponist, Musiker, Philosoph, Literat und Denker so einflussreich und hoch geachtet wie kaum ein anderer Künstler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Doch sein Werk als bildender Künstler und sein Einfluss auf die Kunst sind viel weniger bekannt als seine Musik. Die Ausstellung, kuratiert von Wulf Herzogenrath, stellt Cage als Bildenden Künstler in den Mittelpunkt. Sie verknüpft Cages visuelles Werk mit der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, wirft einen neuen Blick auf den Einfluss der europäischen Moderne auf Cage und skizziert die gegenseitigen Anregungen.

Die Ausstellung vereint Klang-Environments ebenso wie Grafiken und Partituren von John Cage seit den 1930er Jahren mit Arbeiten seiner Anreger und Freunde – von Richard Buckminster Fuller, Marcel Duchamp, Robert Rauschenberg, Nam June Paik, Mark Tobey, Morris Graves und anderen. In Arbeiten auf Papier, medien- und klangkünstlerischen Werken, Installationen, Notationen, Foto- und Filmdokumenten werden auf konzentriertem Raum skizzenhaft wesentliche Einflüsse und Anregungen des Bildenden Künstlers John Cage reflektiert. Kulturelle Wechselbeziehungen stehen neu zur Diskussion, wie das Verhältnis zu Asien, Zen und White Writing (Mark Tobey), zur europäischen Kunst und Synästhesie, ebenso wie zu Happening, Fluxus, Zero und der Conceptual Art.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt erstmals auf der Verbindung zwischen Cages bildkünstlerischer Entwicklung und den Aufbrüchen der klassischen Moderne in Europa: So ist kaum bekannt, dass Cage diese aufmerksam verfolgte. Bereits als 22-jähriger erwarb er ein Bild von Alexej Jawlensky – das er mit einem US-Dollar anzahlte! – und 1939 organisierte er Ausstellungen von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Jawlensky. Zentrale Werke von Jawlensky, Klee, László Moholy-Nagy sowie Anni und Josef Albers beleuchten die anregenden Impulse, die Cage durch die klassische Moderne empfing.

Zur Ausstellung erscheint ein von Wulf Herzogenrath und Barbara Nierhoff-Wielk herausgegebenes Begleitbuch in der Reihe der DuMont-Dokumente, das durch die Ernst von Siemens Kunststiftung finanziell unterstützt wird. Darüber hinaus wird die Ausstellung großzügig von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Bremen, gefördert.

>> „John Cage und …“ Bildender Künstler – Einflüsse, Anregungen
Wulf Herzogenrath und Barbara Nierhoff-Wielk (Hg.) · DuMont, Köln 2012 · 149 Farb- u. 103 s/w-Abb.,  320 S. · ISBN 978-3-8321-9444-4, Best.-Nr. 1156 · 24,95 €
Mit Essays von Jon Hendricks, Andreas Kreul, Angela Lammert, Jeffrey Saletnik, Toni Stooss, Yvonne Ziegler u. a.  >> bestellen

>> Ausstellung in Kooperation mit dem Museum der Moderne Salzburg (2. Station ab 14. Juli 2012)

>> Part of the worldwide programs celebrating the 100th birthday of John Cage, www.johncage.org

>> mehr zum Akademie-Programm „A Year from Monday. 365 Tage Cage“ unter www.adk.de/cage