Ausstellung / exhibition
Passagen Passagiere
Datum: Do 07., 14. und 21.03., 19-22h
Ort: MuseumsQuartier Wien, verschiedene Orte
Check-In: DSCHUNGEL WIEN
Eintritt frei
Zwischenorte und Übergangsriten sind das Thema des ungewöhnlichen Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekts „Passagen Passagiere“, mit dem das MuseumsQuartier erstmals als Ganzes ins Zentrum rückt. In Kooperation mit zahlreichen Kulturinstitutionen werden an drei Abenden zwölf der überdachten Durchgänge im MQ zu temporären Bühnen zwischen Heimat und Fremde, Leben und Tod oder altem und neuem Jahr.
Für das MQ-Areal sind seine zahlreichen Ein- und Durchgänge, die das umliegende Stadtgebiet mit dem verkehrsberuhigten Kulturareal und die Höfe des MQ miteinander verbinden, stark prägend. Ziel ist, die BesucherInnen auf dieses Spezifikum aufmerksam zu machen und diese besonderen Räume für künstlerische Installationen zu nutzen. Gleichzeitig findet eine Zusammenarbeit mit zahlreichen Kulturinstitutionen am Areal aber auch anderen Kultureinrichtungen in Wien statt.
An drei Abenden werden die verschiedenen Passagen des MQ Areals zu „Räumen des Übergangs“ und mit Szenen, die zwischen fünf und 20 Minuten dauern, bespielt. Um 19 Uhr findet im Foyer des DSCHUNGEL WIEN, das sich als Flughafen präsentiert, jeweils ein „Check-in“ statt, danach kann sich das Publikum individuell von Station zu Station bewegen.
Übergangsriten:
Der Begriff „Übergangsriten“ (frz., rite de passage) wurde vom französischen Ethnologen Arnold van Gennep geprägt. Er verglich die Gesellschaft und das Leben mit einem strukturierten Haus: Man ist lange in relativ sicheren Zimmern, aber um in ein anderes zu kommen, muss man in die Übergangszonen der Schwellen und Gänge hinaus. Auch das MQ-Areal ist solch ein strukturiertes Haus. Seine vielen Durchgänge gleichen den Zeiträumen des Wandels.
Passkontrolle:
An jeder Station im Areal wird der Reisepass („State of Rebirthing“) auf Wunsch mit einem Stempel versehen.
Szenen des Übergangs:
Check-In, 19h
„Last call for passengers of the destination ‚Rebirthing‘. Please proceed to gate number 2.“ Check-In im Dschungel-Airport. Das Foyer mutiert zum Flughafen. Größte Passage der Moderne. Steward & Stewardess instruieren mit klassischen Gebärden die Sicherheitsmaßnahmen und machen die BesucherInnen zu Passagieren. Die neue Fluglinie „DSCHUNGEL AIR“ geht mit ihnen auf Reise.
Realisierung: DSCHUNGEL WIEN
Konzept: Stephan Rabl
DarstellerInnen: Das DSCHUNGEL AIR- Team
Ort: DSCHUNGEL-Foyer
Dauer: 10 Min.
1) An der Grenze / vor dem Gesetz
Für Flüchtlinge ist die Ankunft in ein fremdes Land wie ein Fegefeuer. Man ist auf der Suche nach einem besseren Leben, doch der Weg dorthin ist gewunden, kompliziert, oft sogar unmöglich. Wer darf hinein ins Paradies? Wer bestimmt darüber und nach welchen Kriterien? Als was entpuppt sich das Paradies, sobald man drinnen ist? Und warum darf ich nicht mehr ins Paradies, wo ich schon mal dort war, und jeder mir erklärt, das Paradies ist für alle da. Vielleicht weil das Paradies kein Paradies, sondern ein Fegefeuer ist?
Realisierung:: DSCHUNGEL WIEN
Konzept: Stephan Rabl
DarstellerInnen: Futurelove Sibanda
Ort: Mariahilfer-Passage
Beginnzeiten: 19.15h, 19.50h, 20.20h
Dauer: 15 Min.
2) Expedition Transformer
Seit elf Jahren produzieren Kinder und Jugendliche in Teamarbeit im ZOOM Trickfilme. Erstaunlicherweise kommen in diesen Filmen immer wieder längere Sequenzen der Verwandlung, des Driftens durch Kanäle und andere geheimnisvolle Orte sowie des scheinbar bodenlosen Fallens vor. Für die Präsentation in der Kabinett Passage wurden diese Bilder des Übergangs von der Medienkünstlerin Barbara Kaiser zu einer audiovisuellen Collage zusammengestellt.
Realisierung: ZOOM Kindermuseum
Ort: Kabinett Comic passage
Beginnzeiten/ Dauer: permanent
3) Die Kündigung
„…UND RAUS BIST DU!“ Eine kurze Geschichte über das Feuern und Gefeuertwerden: Kaum jemand arbeitet heute noch sein ganzes Leben lang für die gleiche Firma. Der Job fürs Leben ist heute Utopie geworden. Auf dem Weg durch die langzeitigen und kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnisse gehört es dazu, gefeuert zu werden, oder sogar selbst jemanden zu feuern. Dabei kommt es oft zu irrwitzigen Begründungen und dramatischen Szenen.
Realisierung: DSCHUNGEL WIEN
Konzept/Inszenierung: Holger Schober
DarstellerInnen: Michael Pöllmann, Holger Schober
Ort: Passage zwischen Fürstenhof und Leopold Museum
Beginnzeiten: 19.40h, 20.40h
Dauer: 15 Min.
4) Trauerzug / Schriftzug
Wie werde ich buchstäblich verewigt? Welche Botschaften vermitteln die sprichwörtlich „Letzten Grüße“ der Hinterbliebenen? In der Typopassage wird die letzte Schwelle eines Lebenszyklus symbolisch überschritten: Der Tod als finales Zeichen. Gemeinsam wird die Vorstellung zu Grabe getragen, dass Überreste frei von Form und Gestaltung sind.
Idee & Realisierung: bauer – konzept & gestaltung
Ort: Typopassage
Beginnzeiten / Dauer: permanent
5) Was bleibt?
Für das Projekt ‚Was bleibt?‘ tanzt Milli Bitterli, verfolgt durch den Kameramann Jack Hauser, seit 2004 unaufhörlich dieselbe Bewegungschoreografie. Mit der Behauptung im Kopf, dass Begegnungen ohne Sprache die gewohnten Ordnungen des Verstehens in eine Spannung versetzen, betritt sie durch ihr Bewegungsmaterial unbekannte private und öffentliche Orte. Für Passagen Passagiere haben sich Milli Bitterli und Jack Hauser ins Hospiz Mödling begeben. Die Begegnungen mit den Menschen an diesem gesellschaftlich tabuisierten Ort haben die selbstverständliche, ununterbrochene Bewegungschoreografie eingebremst und zur Frage ‚Was bleibt?‘ die Frage ‚Was ist?‘ hinzugefügt. In der Passage wird der entstandene Film zusammen mit einer Liveperformance aufgeführt.
Realisierung: Eine Produktion von Tanzquartier Wien, ermöglicht durch den Verein Hospiz Mödling (Regina Reindl) und die Hospizabteilung des Landespflegeheim Mödling (Christine Beyer).
Tanz / Videoschnitt: Milli Bitterli
Kamera: Jack Hauser
Projektbegleitung: Frans Poelstra
Ort: Durchfahrt beim Tanzquartier
Beginnzeiten: 20h, 21h
Dauer: 30 Min.
6) Grenzgang
Autor_innen aus Georgien, Moldau, Österreich und Slowenien wurden gebeten, sich literarisch dem MQ zu nähern. Ihren Texten entlang wurde ein Soundspaziergang (Soundwalk) gestaltet. Mit diesen Erzählungen im Ohr umrunden geführte Gruppen das MQ-Areal und unternehmen einen Grenzgang, der 90.000 m2 Wiens vermisst. Textauszüge, Geräuschkulissen, musikalische und intertextuelle Anspielungen fügen sich mit dem vor Ort Gesehenen zu einem unsicheren Spurengewebe.
Realisierung: textfeld südost, Elena Messner und Eva Schörkhuber
Autor_innen: Anja Golob, Vladimir Lorchenkov, Tamta Melaschwili, Eva Schörkhuber, Metka Zeichen
Übersetzerinnen: Mascha Dabi?, Elena Messner u.a.
Sprecher_innen: Karola Niederhuber, Martin Thomas Pesl
Musik und Klang: Lukas Lauermann, Eufemia Mascolo
Ladestation: Im Dschungel-Foyer können die nötigen mp3-Geräte ausgeliehen oder eigene Geräte (iphone u.a.) bespielt werden.
Startort: Passage zwischen Freiraum/quartier21 und DSCHUNGEL
Beginnzeiten: 19.20h, 20.05h, 20.50h, 21.35h
Dauer: 30 Min.
7) Sol Invictus
Es ist die alljährliche Krise: Die Nächte werden länger, die Farben verschwinden, das Licht verliert an Kraft, das Ende scheint unaufhaltsam. Aber auch diese dunkle Passage wird durchschritten. In früheren Zeiten feierte man dann „Sol invictus“, die unbesiegbare Sonne. Heute zieht sich der entsprechende Übergangsritus mitunter über den ganzen Dezember.
Im MQ Areal gibt es einen Ort, der dieser Krise topografisch erstaunlich entspricht: Eine tiefe dunkle Schlucht und eine schneckenförmige Rampe, die dem Lauf des Planeten gleicht. Anlässlich von „Passagen Passagiere“ entspinnt sich in dieser Situation ein spezielles Drama aus Sphärenklängen und Lichtchoreografie.
Realisierung: Johann Sebastian Bach Musikschule, Wien
Komposition: Hans G. Kitzbichler
Choreographie: Iris Julian
Musiker_innen: Iris Maaß, Fabian Köhring, Linus Köhring, Pia Langer, Iva Henigmann, Severin Neubauer, Lorenz Höslinger, Hermina Cosovero, Stefan Kapsamer, Jacopo Jandl, Trompete
Ort: „Geistergang“, hinter dem Ovaltrakt
Beginnzeiten: 20.15h, 21.30h
Dauer: 10 Min.
8) Ein Spielzug
Ein Ball fliegt durch die Luft, die Mannschaften bewegen sich, ballen sich und lassen wieder voneinander ab. Für diesen kurzen Moment der Dynamik und Entscheidung bedarf es in der Regel einer langen Vorbereitung: Es wird trainiert, Abläufe eingeübt, es wird das Spielfeld abgesteckt und spezielle Kleider angelegt.
Unter der Choreografie von Akos Hargitay gewährt das Football Teams der Vienna Knights einen stilisierten Einblick in seine Riten und Bewegungsroutinen.
Realisierung: Vienna Knights (www.knights.at)
Idee: Dominik Nostitz, Markus Trenker
Choreografie: Ákos Hargitay
Ort: Passage zwischen mumok und AzW
Beginnzeiten: 20.20h, 21.10h
Dauer: 20 Min.
9) Stunde Null
In einem kleinen, weitgehend unbekannten Eingang ins MQ ist immer Silvester. 5-4-3-2-1! Wie im Zeitraffer knallen hier auf Knopfdruck die Sektkorken, explodieren die Konfetti-Kanonen und die Gäste fallen sich jubelnd in die Arme. Eine Liveband gibt krachend den Takt zum Neujahrswalzer an und die Lichtorgeln schrauben sich in ungeahnte Höhen. Die inszenierte Euphorie endet jäh. Lichter aus und Ruh. Doch bald ist es wieder so weit: 5-4-3-2-1!
Idee, Tänzer und Liveband: Krafftmalerei (Clemens Denk, Jonas Geise, Philipp Hanich, Thomas Weinberg)
Regie: Theater Stückwerk (Theresa Hanich, Nils Klaunick)
Pyrotechnik: Jakob Vrba
Lichttechnik: Dominik Dannen
Ort: Fußgängerpassage zur Burggasse
Beginnzeiten: 20h, 21h, 21.55h
Dauer: 5 Min.
10) Evolution
„Sie nahten sich mir ganz ohne Scheu“ ist ein Video von Nives Widauer, gedreht 1998 im Naturhistorischen Museum zu Wien. Inmitten der stillgestellten Welt aus ausgestopften Tieren, spiegelnden Vitrinen und schimmernden Meteoriten des NHM rezitiert der Schauspieler Wolfram Berger darin Heinrich Heines romantisches Gedicht Waldeinsamkeit. Eine Elegie über die Evolution.
Realisierung: Nives Widauer
Ort: Meteoritenpassage
Beginnzeiten / Dauer: permanent
11) Smalltalk
Zwei Personen treffen sich zufällig. Jede/n zieht es weiter, trotzdem entspinnt sich ein kurzes Gespräch, ein vorsichtiges Abtasten mit Fragen und ausweichenden Antworten beginnt. Sabine Groschup und Veronika Schubert haben sich diesem Reden im Vorbeigehen von verschiedenen Seiten genähert: Sabine Groschup mit speziell für die TONSPUR_passage kreierten Wortkombinationen und Wortschöpfungen, Veronika Schubert mit ihren Collagen „Standardsituationen“. Vor Ort werden die BesucherInnen von diesem künstlerischen Dialog über Smalltalk buchstäblich umhüllt.
Realisierung: TONSPUR für einen öffentlichen raum mit ASIFA Austria
Konzept, Rauminstallation: Sabine Groschup
Projektionen: Sabine Groschup und Veronika Schubert
Ort: TONSPUR_passage
Beginnzeiten / Dauer: permanent
12) Nordwestpassage
Im Jahr 1845 brachen 133 Seemänner auf. Ihr Ziel war eine Schiffpassage zwischen Atlantik und Pazifik. Aber nicht mühsam unten rum, sondern kurz und knapp oben. Das Problem: Die Nordwestpassage zwischen den Weltmeeren konnte noch niemand durchfahren. Auch Sir John Franklin nicht. Zwei Jahre lang verharrten er und seine Männer im Eis. Überlebt hat niemand. Die Franklin-Expedition ist die Apokalypse unter den Entdecker-Mythen. Eingefroren im Eis, wegen einer Bleivergiftung dem Wahnsinn nahe, begannen die Männer, sich selbst zu essen. Als man Jahre später ein Rettungsboot mit zwei Leichen fand, war als Proviant nur Schokolade und Parfum dabei. Die zwei Männer im Rettungsboot sind Ausgangspunkt der monochrom-Performance „Nordwestpassage“. In Kooperation mit Radio FM4 singen sie Lieder über ihre Hoffnungen, ihre Schmerzen und ihren Wahnsinn.
Szenografie und Realisierung: monochrom
Darsteller und Erzähler: monochrom
Ort: „Durchgang ins Nichts“, beim Übergang zur Breite Gasse
Beginnzeiten: 20.30h, 21.10h, 21.45h
Dauer: 15 Min.
Kooperationspartner:
ASIFA Austria, bauer – konzept & gestaltung, DSCHUNGEL WIEN, FM4, JSB-Musikschule, Krafftmalerei, meteoritenpassage.org, monochrom, Museum für Völkerkunde Wien, MQ E + B GmbH, Soundspaziergänge, Tanzquartier Wien, Theater Stückwerk, TONSPUR für einen öffentlichen Raum, Vienna Knights, ZOOM Kindermuseum.
Künstlerische Leitung: Vitus Weh
Projektleitung: Julia Schützenhofer
Titel: Dominik Nostitz
Grafik: Christof Nardin
www.mqw.at
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John Cage’s legacy is far-reaching and profound, inspiring artist around the world with his expansive approach to the artistic process and his unique ability to incorporate music, language, dance, and the visual arts in his experimental practice.
This show features video and film works by two leading-edge artists, each engaging the music of John Cafe in different ways. Tyler Adams (b.1980, Los Angeles) brings together 25 found YouTube videos of people „playing“ Cage’s famous 4’33“ (2009), a piece comprised of three movements in which the performers are instructed to remain silent. The second work (JC{639}), is by Austrian artist and filmmaker Sabine Groschup (b.1959), an ongoing – and continually reforming – documentary film about the extraordinary 639-year-long-performance of Cage’s ORGAN2/ASLSP in a church in Halberstadt, Germany. The film involves 89 scenes whose sequence is determined by chance operations. This is the United State’s premiere of Groschup’s work, and was „conducted“ for the show by Ray Kass, Adjunct Curator of Southeastern Art.
Organized by the Taubman Museum of Art, and curated by Ray Kass, Adjunct Curator of Southeastern Art.
Image: Tyler Adams, „Performing Silence“, 2009, video still, courtesy of the artist Ray Kass.
Die Studie Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich (BMuKK 2008) gibt den mittleren Stundenlohn für Künstler mit 6,43 Euro und für KünstlerInnen mit 5,55 Euro an. Um diese Werte zu ermitteln, wurden sämtliche Einkünfte unabhängig von der Art der Tätigkeiten erhoben. Nur ein Viertel aller in Österreich künstlerisch Tätigen können von ihrem künstlerischen Schaffen leben, die große Mehrheit ist gezwungen, das Lebensnotwendigste in kunstfernen Arbeitsverhältnissen dazuzuverdienen; rund ein Drittel der Arbeitsverhältnisse dauern nicht länger als einen Monat. Diese Daten sind die wissenschaftliche Bestätigung von subjektiv längst gefühlten Eindrücken und machen verständlich, warum KünstlerInnen zu Musterbeispielen der zunehmenden Prekarisierung geworden sind. Mit dem Begriff der Prekarisierung werden Produktionsweisen angesprochen, die auf kommunikative und kognitive Fähigkeiten bauen, hohe Flexibilität im Einsatz der Arbeitskräfte verlangen, sowie ein permanentes und kreatives Reagieren auf Unvorhergesehenes erfordern. Von KünstlerInnen wird angenommen, dass sie ihre gesamte Persönlichkeit, ihren Intellekt, ihr Denken, Ausdrucksvermögen und ihre Affekte in den Produktionsprozess einbringen: Das macht sie zu VirtuosInnen der prekarisierten sozialen Verhältnisse. Wenn es zutrifft, dass Politik durch die Kunst der Darstellung bestimmt wird, dann ist die Virtuosität von KünstlerInnen politisch, unabhägig davon, ob im jeweiligen künstlerischen Werk politische Anliegen manifest werden oder nicht. In der Vortragsreihe berichten geladene Kunst- und KulturproduzentInnen in Vorträgen und Gesprächen über ihre Arbeiten und Forschungen, vorallem aber über die sozialen und ökonomischen Begleitumstände, die ihre Arbeit bestimmen. Durch die persönliche Situation der Vortragenden, die im Spannungsfeld von Urheberrechten, Kulturressorts und Kunstvermarktung gefordert sind, sich ihre Zugänge zur künstlerischen Produktion offen zu halten, eröffnen sich Einblicke in die Rolle von Kunst und Kultur in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat. „Berufsbild KünstlerIn“ wird von Tom Waibel kuratiert und findet jeden Mittwoch ab 17:30 Uhr an der Wiener Kunstschule statt.
Die Vortragsreihe ist öffentlich zugänglich und für Studierende des zweiten Studienabschnitts verpflichtend.
ist Kuratorin, Festivalleiterin und Mitbegründerin von Espressofilm, einem Verein zur Archivierung und Sichtbarmachung von unabhängigem Kurzfilm. Sie studierte Buch und Dramaturgie, Bildtechnik und Kamera an der Filmakademie Wien. Seit 2008 leitet sie das jährlich in Wien stattfindende Kurzfilmfestival espressofilm.
http://www.espressofilm.at
studierte Soziologie und Philosophie an der Universität Wien. Er ist Gründer und Direktor von FAS.research, einem internationalen Analyse- und Beratungsunternehmen mit Standorten in Wien und New York. Harald Katzmair zählt zu den weltweit führenden Experten im Feld der angewandten Sozialen Netzwerkanalyse und der Analyse von Macht-, Beziehungs- und Kommunikationsnetzwerken.
http://www.fas.at
ist Künstlerin, Filmemacherin und Autorin. Sie studierte Architektur bei Wilhelm Holzbauer, Malerei und experimenteller Trickfilm bei Maria Lassnig und Videokunst bei Nam June Paik. Ihre Arbeiten wurden wiederholt ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie 2012 den Preis der Stadt Innsbruck für künstlerisches Schaffen im Bereich der Bildenden Kunst. Sabine Groschup lebt und arbeitet in Wien und Berlin.
http://www.sabinegroschup.at
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ONE DAY ANIMATION FESTIVAL 2012
(21. November 2012, 18/20/22:00 – FILMCASINO)
BEST AUSTRIAN ANIMATION Wettbewerb fand zum zweiten Mal statt.
3 Wettbewerbsprogramme, fast 500 Besucher !!!
Das heurige ONE DAY ANIMATION FESTIVAL darf sich, trotz bescheidener finanzieller Mittel für die Organisation, über einen neuen Besucherrekord freuen. Fast 500 Besucher genossen die drei Stunden Wettbewerbsprogramm um den ASIFA Austria Award, die die Kurator/-innen Sabine Groschup und Thomas Renoldner aus den über fünf Stunden Einreichungen ausgewählt hatten.
Die qualitativ hochwertigen künstlerischen Arbeiten deckten dabei in vielerlei Hinsicht eine enormer Bandbreite an Möglichkeiten ab: Von Zeichentrickfilm bis 3-D-Computeranimation, von Avantgardefilm bis Musikvideo, von abstrakt bis gegenständlich, von experimentell bis narrativ, aus Wien und einigen Bundesländern, von Frauen und Männern, etc. etc.
Besonders bemerkenswert erscheint, daß neben den Arbeiten bereits etablierter KünstlerInnen, neben autodidakten NachwuchskünstlerInnen und Studierenden der beiden Kunstakademien in Wien (Angewandte und Bildende) auch die Fachhochschulen mit Schwerpunkt Animation (FH Hagenberg, MultiMediaArt Salzburg, Joanneum Graz) mit inhaltlich bemerkenswerten Arbeiten vertreten waren.
Das vielfältige Programm wurde vom Publikum begeistert aufgenommen, und fast die Hälfte der KünstlerInnen unterstrich durch ihre Anwesenheit die Wichtigkeit und Notwendigkeit dieser Veranstaltung, die mit dem BEST AUSTRIAN ANIMATION Wettbewerb als einziges „Festival“ in Österreich einen äußerst vollständigen Überblick über die Jahresproduktion im Bereich Animation anbietet.
Die im Anschluß an die Filmprogramme abgehaltenen Künstler/-innen-Gespräche wurden wieder in gewohnt professioneller Weise von Wiktoria Pelzer durchgeführt. Die prominente Preisjury verlieh gleich im Anschluß an das letzte Wettbewerbsprogramm die Auszeichnungen, zusätzlich wurde vier Publikumspreise ausgesprochen.
Preisjury:
Gunter Damisch, Bildender Künstler
Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien
Lisa Neumann, Kuratorin, Festivalleiterin (espressofilm, video&filmtage)
Tom Waibel, Philosoph und Medienaktivist.
Die Preisträgerfilme:
ASIFA Austria Award 2012:
(dotiert mit 500.- Euro)
TEKNO CABARET – Peter Hutter
Jurybegründung:
Tekno Cabaret von Peter Hutter ist schwarz und weiß, prägnant und witzig. In einem unheimlichen Timing pulsiert hier Rhythmus zwischen Beat und Herzschlag. Hutters prägnante Bildkompositionen schicken Gorillaz auf die aberwitzigste Mission, seit sie in die Musikvideolandschaft eingedrungen sind. Mit signifikantem Sound gelingt hier eine scherenschnittartige Punktlandung und die filmische Aussage oszilliert in einer augenzwinkernden Message: Tekno Cabaret, das das Gehirn zugleich wach- und weichklopft.
Lobende Erwähnungen:
TRESPASS – Paul Wenninger
Begründung: Lisa Neumann
Es sind ungeheure Distanzen, die der Protagonist in entschleunigtem Tempo zurücklegt, Grenzen, die ohne Pass passiert werden, während die globalisierte Welt an ihm vorbeirast, während die Räume – ganz analog – ineinandermorphen. Das ist, was nur der Animationsfilm kann. Und dass Paul Wenninger auf seiner Reise einer genialen und in der Machart ungeheuer aufwändigen Pixilation-Choreographie und Farbdramaturgie folgt, muss unbedingt mit einer lobenden Erwähnung bedacht werden.
MARS – Christian Holzer
Begründung: Tom Waibel
Mars von Christian Holzer entfaltet in dreieinhalb Minuten ein breites Spektrum animierter Narration: Unendliche Weiten, abgründiger Witz, aberwitzig menschliche Konkurrenz und ungeahnte, abseitige Perspektivenverschiebung. Dieser Kampf um den roten Planeten ironisiert die Odysseen im Weltraum ebenso wie die Kämpfe um Iwojima. Cold war is still going on, aber in dieser Spass-Mission auf hohem Niveau wird er von Captain Holzer und seiner Crew lässig dekonstruiert.
VOIDOV~ – Manuel Knapp
Begründung: Gunter Damisch
Voidov von Manuel Knapp ist ein überzeugendes Beispiel für Techno-Minimalismus in letzter Konsequenz, für einen Begriff von filmischem Denken an der Grenze von Komposition, Konzentration und kühler Extase. Die Schnittmenge von Film, bildender Kunst und experimenteller Musik ergibt ein pulsierendes Kunstwerk, das detailverliebt keine Gnade kennt.
Die Publikumspreise:
Aus jedem der drei Programme wurde ein Publikumspreis ermittelt:
Aus dem Programm „CUTTING EDGE“ (18:00)
(ex aequo)
EMPTY ROOMS – Claudia Larcher und Constantin Popp
EXHAUSTIBILITY – Eni Brandner
Aus dem Programm „PRIME TIME“ (20:00)
TRESPASS – Paul Wenninger
Aus dem Programm „PARTY“ (22:00)
MUCH BETTER NOW – Philipp Comarella
Wir danken unserem einzigen finanziellen Unterstützer, der Kulturabteilung der Stadt Wien !
Wir gratulieren herzlich den Preisträger/-innen, bedanken uns bei unserem besonders interessierten und konzentrierten Publikum, der Preisjury, den Mitarbeiter/-innen des Festivals für zahlreiche unbezahlte Arbeitsstunden und freuen uns auf ein, hoffentlich finanziell besser ausgestattetes, ONE DAY ANIMATION FESTIVAL 2013.