Sabine Groschup

Rezension / review

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ausstellung

SABINE GROSCHUP, PAUL ALBERT LEITNER, TWO SOPHISTICATED AUSTRIAN ARTISTS IN SELF-PORTRAITS

CURATED BY GEORG WECKWERTH

27. Jan 2018 03. Mar 2018
eröffnung: 26. Jan 2018 19:00

pressemitteilung

SABINE GROSCHUP, PAUL ALBERT LEITNER, TWO SOPHISTICATED AUSTRIAN ARTISTS IN SELF-PORTRAITS
CURATED BY GEORG WECKWERTH
27.01.2018 – 03.03.2018 Einladung zur Eröffnung am Freitag, den 26.01.2018 19:00 Uhr

„ICH … und die Kamera“
Der Kontrast zwischen dem vergleichbar jungen fotografischen Œuvre von Sabine Groschup und dem in bald 40 Jahren analoger Fotografie auf über siebzigtausend Kleinbildnegative angewachsenen Werk von Paul Albert Leitner, ist auf den ersten Blick erkennbar. Während Leitner, der klassisch ausgebildete Fotograf, sein universelles fotografisches Programm von Kunst und Leben mit formaler Strenge und akribisch-genüsslicher Detailversessenheit verfolgt, kommt Groschups ruhelose Digitalkamera im Alltäglichen und in jeder Beziehung forschend zum Einsatz; egal ob sie ihren Apparat auf sich selbst oder auf andere(s), nahezu alle(s) lenkt – spätestens hier treffen sich die beiden Tiroler Künstler übrigens. Formale Aspekte und „Schulen“ – für Leitner durchaus von Bedeutung – sind ihre Sache eher nicht.
(Auszug Text Georg Weckwerth)

Rezension / review

Vorarlberger Nachrichten
Samstag 24. Februar 2018
2. Februar 2018

Gleich kommt das „Vögelchen“

von Veronika Fehle

Die Serie „Präsenz“ von Sabine Groschup spielt mit den Möglichkeiten des Zur-Schaustellens und des Verbergens im Bild. Die Serie „Präsenz“ von Sabine Groschup spielt mit den Möglichkeiten des Zur-Schaustellens und des Verbergens im Bild.

In der Galerie Lisi Hämmerle geht es derzeit ums Fotografieren.

    Bregenz Quizfrage: Wie viele Selfies – also Selbstporträts – werden wohl tagtäglich gemacht? Achtung: Es sind eine Million. Junge Frauen porträtieren sich im Durchschnitt schon morgens rund 17 Mal. Da geht es dann auch darum, ob die Frisur auch hip genug ist und das Outfit mit dem Hintergrund harmoniert. Man könnte also durchaus behaupten, dass es bei den „Selfies“ nicht ganz beiläufig darum geht, sich selbst in Szene zu setzen. Und genau das machen auch die beiden Künstler, deren Arbeiten derzeit in der Bregenzer Galerie Lisi Hämmerle zu sehen sind.

    „Two sophisticated austrian artists in self-portraits“ lautet der Titel der Ausstellung, der eigentlich auch schon alles sagt. Es geht um das Selbstporträt – und ins Bild setzen sich dabei die beiden Tiroler Künstler Sabine Groschup und Paul Albert Leitner. Kuratiert von Georg Weckerth ist so eine Zusammenschau entstanden, die sich dem Thema – dem Selbstporträt – von zwei Positionen aus annähert, die auf den ersten Blick entgegengesetzter nicht sein könnten. Während Sabine Groschup (geboren 1959) mit Handy und Digitalkamera unterwegs ist, setzt Paul Albert Leitner (geboren 1957) ganz auf die „alte Schule“ der Fotografie. Will heißen, dass Paul Albert Leitner seine Fotografien erstens analog und zweitens bis ins Detail durchkomponiert umsetzt.

    1000 Selbstporträts

    Sabine Groschups Arbeiten hingegen leben schnell. Bestes Beispiel ist hier ihre Videoarbeit „Unterwegs“ und die daraus ausgekoppelten Fotografien, die Groschup zu eigenständigen Arbeiten gruppiert. Die Digitalkamera immer mit dabei, entstanden im Laufe eines Jahres mehr als 1000 Selbstporträts – auf der Straße, im Vorbeigehen, vor dem Supermarkt. Durchgängig von seitlich-oben aufgenommen, wie es sich für ein Selfie eben so gehört, versammelt Sabine Groschup die Einzelaufnahmen zu einer Art modernem Daumenkino. Und gerade dadurch, also durch die Animation der einzelnen Bilder, kommt das Tempo ins Spiel. Geradezu durch die Bilder zu laufen scheint die Künstlerin.

    Im krassen Gegensatz dazu spielt die Serie „Präsenz“ mit den Möglichkeiten des Zurschaustellens und des Verbergens im Bild. Denn während die Künstlerin im Abbild der Fotografie seltsam ungreifbar bleibt – mal verbirgt sie sich hinter geklöppelter Spitze, mal hinter einer Maske –, wird eine zweite Präsenz immer klarer. Denn Groschup versieht ihre Fotografien mit Stickmustern, die mehr und mehr die Konturen eines Menschen sichtbar werden lassen. So hebt ein ganz herrliches Spiel mit Anwesenheit, Bild, Abbild und dem „Wahrheitsgehalt“ dahinter an.

    „Hier bin ich“-Fotografie

    Ganz anders und doch in der Thematik so unglaublich verwandt präsentieren sich Paul Albrecht Leitners Fotoarbeiten. Streng durchkomponiert, akribisch geplant und detailversessen im besten Sinne zeigt sich da jedes seiner Selbstporträts. Dabei paart sich die Strenge bei Leitner mit feinstem Humor. Denn es hat schon was an sich, wenn sich ein Herr im feinen Zwirn im leeren Swimmingpool porträtiert oder sich, ebenfalls bestens gewandet, auf den Straßen Triests als obdachloser Fotograf ablichtet.

    Dabei ist Leitner in seinem Verständnis des Selbstporträts oft nah an der zeitgeistigen „Hier bin ich“-Fotografie und karikiert sie gerade dadurch. Leitner packt das Genre nämlich am Schopf bzw. erfasst es in seinem Kern: der Inszenierung eines Menschen, eines Status, eines Lebens. Gleichzeitig aber sind die Posen, die Leitner in seinen Selbstporträts einnimmt, derart inszeniert, dass jedes Bild einem Bruch mit der scheinbaren Zufälligkeit des modernen Selfies gleichkommt. Da ist nichts mit der schnellen „Das bin ich hier und da“-Fotografie. Da geht es um Selbstwahrnehmung und Selbsterforschung. Und das ist wohl auch das Bindeglied zwischen Groschup und  Leitner. Der millionenfachen Bilderflut an Selbstporträts setzen sie die Reflexion entgegen. Das hat seinen Reiz und das öffnet den Blick neu – auch auf jene vor und die hinter der Kamera.

    Die Ausstellung mit Arbeiten von Sabine Groschup und Paul Albert Leitner ist noch bis 3. März zu sehen. Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz: www.galerie-lisihaemmerle.at

    <p class="caption">Paul Albrecht Leitners Fotoarbeiten sind streng durchkomponiert, akribisch geplant und detailversessen.  Fehle</p>
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      Ausstellung / exhibition

      Filmvorführung / screening

      Gugug

       

      (JC{639})

      Filmvorführung / screening

      ÄSTHETIK DER VERÄNDERUNG

      150 Jahre Universität für angewandte Kunst Wien

      Fr, 15.12.2017–So, 15.04.2018MAK-Ausstellungshalle

      Filmvorführung von Meisterklasse Maria Lassnig:

      Filme von Sabine Groschup:

      Guten Morgen Madam Mona

      Liebe

       

      Ausstellung / exhibition

       

      Rezension / review

      TT.comkulturKunstNicht bloß am Tropf des Marktes hängen

      Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.12.2017

      Kunst

      Nicht bloß am Tropf des Marktes hängen

      Mit dem Format „exchange“ sollen Künstlerateliers zu Orten des Austauschs werden. Diesmal bei Judith Klemenc.

       

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      Innsbruck – Je eine Arbeit hängt ganz klassisch an der Wand, direkt darunter darf man sich – unter Verwendung der bereitgelegten weißen Handschuhe – durch eine Reihe weiterer „blättern“. Im Atelier von Judith Klemenc in der Ferdinand-Weyrer-Fabrik ist derzeit eine feine Zusammenschau Tiroler Kunstschaffens im kleinen Format zu sehen. Arbeiten von rund 30 Künstlerinnen und Künstlern sind zu sehen, darunter grafische Arbeiten von Christoph Hinterhuber, auf Stofftaschentücher gestickte Lyrik von Sabine Groschup, reizvolle Gouachen von Michael Ziegler, filigrane Tuschzeichnungen von Charlotte Simon, in Öl Gemaltes von Rens Veltman oder die limitierte Audiopublikation von Lucas Norers Hörstück „Portbou“.

      Die Art der Präsentation ist einerseits dem vorhandenen Platzangebot geschuldet – und ermöglicht andererseits auch eine haptischere Begegnung mit Kunst als sonst in Ausstellungen „erlaubt“. Überhaupt hat das Format „exchange“ wenig mit klassischer Ausstellungspraxis etwa in Galerien am Hut, sondern ist vielmehr als Gegenentwurf gedacht: Nora Schöpfer hat „exchange“ 2014 ins Leben gerufen und Künstlerkollegen in ihr Atelier geladen. Mit der Idee, einen Ort des gegenseitigen Austauschs und zugleich eine Präsentationsmöglichkeit abseits von Galerien und Institutionen zu schaffen, also nicht nur am Tropf des Marktes und des Ausstellungsbetriebes zu hängen. Da passt es ganz gut, wenn Gastgeberin Judith Klemenc, die das Feld mit der Mixed-Media-Installation „Die Büchse und Pandora“ ins Dreidimensionale ausweitet, ihren schwarztonigen Figuren eine Infusion mit „Normalisierungslösung“ verabreicht. Klemenc richtet (nach Maria Vill 2016) „exchange version III“ aus. Die Vorweihnachtszeit ist nicht zufällig gewählt: Denn es könnte ja auch Kunst unter dem Christbaum liegen. (jel)

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      Ausstellung / exhibiton

      Filmfestival / film festival

      2day2017 Gewinner

      PreisträgerInnen, Jury und Festivalteam 2 DAYS ANIMATION FESTIVAL 2017: v.l.n.r. 1.Reihe: Sabine Groschup, Thomas Renoldner, Karo Riha, Peter Muzak, 2. Reihe: Ingrid Gaier, Susi Jirkuff, Georg Schorsch Feierfeil, Siegfried Friedrich, Anne Zwiener, Kathrin Steinbacher, Eni Brandner, Adnan Popovic, 3. Reihe: Stefan Stratil, Nikolaus Gansterer, Virgil Widrich, Daniel Šuljić, Alexander Gratzer

      Rezension / review

      http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=70109

      Sabine Groschup ist eine der vielseitigsten Künstlerinnen Österreichs. 1959 in Tirol geboren, studierte sie Malerei bei Maria Lassnig in Wien, wo sie heute auch überwiegend lebt. Mit ihrer Malerei, Videokunst, ihren Installationen und künstlerischen Fotografien ist sie auf der internationalen Kunst-Bühne regelmäßig vertreten. Ihre jüngsten Arbeiten – bildhafte Installationen von Gedichten – sind bis Mitte November im Literaturhaus Wien zu sehen.